Beschwerdedaten beim Gebrauchtwagenkauf nutzen
Eine praktische Checkliste: Modelltrend lesen, kritische Modelljahre finden, Problembereiche und Rückrufstatus prüfen und wissen, was bei der Probefahrt zu…
Beschwerdedaten sagen nicht, ob ein bestimmtes Auto gut ist. Sie sagen, wo man hinschauen sollte. So nutzen Sie diese Seite in der Stunde vor der Besichtigung.
1. Mit der Modellseite beginnen
Lesen Sie den Trend: Wird das Modell über die Modelljahre besser oder schlechter, gemessen an Frühphasen-Beschwerden gegenüber gleichaltrigen Wettbewerbern? Notieren Sie die Modelljahre, die deutlich über dem eigenen Durchschnitt liegen. Ist Ihr Kandidat eines davon, planen Sie für den Rest dieser Liste mehr Zeit ein.
2. Die Modelljahr-Seite öffnen
Prüfen Sie den Beschwerdeindex gegenüber Marke, Modelljahr und Segment. Sehen Sie, wann Vorfälle auftreten: Kommen die meisten Berichte in den ersten zwei Jahren und ist das Auto älter, sind die frühen Probleme womöglich schon unter Garantie behoben; steigen die Berichte nach dem dritten Jahr weiter, rechnen Sie während Ihrer Haltezeit damit.
3. Die Problembereiche lesen
Die Problemseiten nennen, was Halter tatsächlich beschreiben: Ölverbrauch, ruckelnde Getriebe, gerissene Windschutzscheiben, Phantombremsungen. Machen Sie aus jedem Punkt einen Test. Kaltstart und zuhören. Bei den genannten Geschwindigkeiten fahren. Jede Assistenzfunktion auf der Autobahn ausprobieren. Windschutzscheibe und Lack bei Tageslicht prüfen.
4. Rückrufe per FIN prüfen
Jede Modelljahr-Seite listet die erfassten Rückrufe. Prüfen Sie die FIN in der NHTSA-Abfrage, um zu sehen, welche an genau diesem Auto noch offen sind. Ein offener Rückruf mit „im Freien parken“ oder „nicht fahren“ ist ein Grund, bis zur Reparatur abzuwarten. Ein erledigter Rückruf ist ein Plus: Der bekannte Mangel ist behoben.
5. Nach Untersuchungen schauen
Eine offene NHTSA-Untersuchung bedeutet, dass die Behörde einen Mangel vermutet, aber noch nicht über einen Rückruf entschieden hat. Gibt es eine, lesen Sie den Betreff und fragen Sie den Verkäufer direkt, ob das Symptom aufgetreten ist.
6. Nach Unterlagen fragen
Eine Wartungshistorie, die Rückrufreparaturen und die Behebung der bekannten Probleme zeigt, ist mehr wert als jede einzelne Statistik. Bei Modellen mit bekannten Motor- oder Getriebeproblemen ist eine aktuelle Händlerrechnung genau das, was Sie sehen wollen.
7. Gewichten statt zählen
Beliebte Modelle haben mehr Beschwerden, weil mehr Menschen sie besitzen. Vergleichen Sie die Jahreskennzahl und den Index statt der Rohzahl, und vergleichen Sie innerhalb des Segments. Ein Fahrzeug mit typischem Index und einem gut dokumentierten, bereits per Rückruf behobenen Problem ist oft der bessere Kauf als eines mit weniger Beschwerden und ohne Historie.